Dienstag, 2. Juni 2009

31.5. Kaiseregg – 2185 m ü. NN

Heute war wieder mal so ein Tag, der für die Familie reserviert war und es ging in die Berge. Wenn ich aus meinem Fenster gucke sehe ich immer einen großen Berg: den Kaiseregg. Heute war also der Tag an dem wir den Berg hoch gestiefelt sind. Es ging wieder relativ früh los und um zehn Uhr waren wir am Schwarzsee, den ich heute zum ersten Mal ohne Schnee gesehen habe. Es wurde noch Brot gekauft für das Picknick und dann ging es die ersten Meter mit dem Sessellift hoch, was wir uns eigentlich hätten sparen können, da es bloß ein achtel des gesamten Weg war. Das Wetter war noch schön sonnig aber es kündigten sich Wolken an. Erst ging es auf einem Weg entlang, an Almen vorbei und durch die wunderbare Landschaft. Der viele Enzian ist mittlerweile schon Gewohnheit geworden und die vielen anderen Pflanzen machen das Gesamtbild perfekt. Ich habe noch nie so viele Boutons d’or gesehen… ich habe den deutschen Namen vergessen… aber alles genial… Aus dem Weg wurde relativ schnell ein Pfad und daraus dann nichts mehr… Es gab viele Fahrradstrecken ausgeschildert und viele Leute die das Angebot wahrgenommen haben. Es ging immer den Berg hinauf und irgendwann fing es an schwer zu werden. Die Baumgrenze kam und es ging nur noch durch nasse Felsen und Schneefelder. Wie angekündigt hat es sich auch zugezogen und den Gipfel konnte man nicht sehen. Alles in Wolken. Irgendwann kamen wir auch in die Wolken und es hieß den inneren Schweinehund zu überwinden. Es ging so mega steil hinauf und man musste total aufpassen wo man hintritt… denn eine falsche Bewegung und man befindet sich hundert Meter tiefer. Es ging also durch den Nebel und meine Motivation war gleich null… doch auf einmal schnellte die wieder in die Höhe, als ich eine kleine Abflachung sehe… es war (la crète) und man konnte zu beiden Seiten runter sehen. Dort war ein Schild das sagte, dass es noch 20 Minuten bis zum Gipfel sind. Auf einmal waren alle Anstrengungen vergessen und man wollte nur noch ankommen. Der Weg wurde noch etwas schwerer aber es war einfach nur genial alles. Als ich im Nebel auf einmal das Kreuz sah, bin ich fast gerannt und das Gefühl oben angekommen zu sein, war so genial… einfach total unfassbar. Die pure Freude! Es war immerhin eine sehr rote „Piste“ und die schwarzen kennt man ja vom Skifahren… das ist beim Wandern das, wenn man auf zehn Zentimetern geht und es links und recht 300 Meter runtergeht… darauf verzichte ich mit meiner Höhenangst lieber.. auch wenn ich dann Edelweiß sehen könnte…
Naja… oben sind wir dann nicht sonderlich lange geblieben, da es schon sehr kalt war. Wir hatten etwas Pech, das wir mitten in den Wolken waren, weil ansonsten hätte man auf den 2000 Metern bis ins Wallis sehen können… Nach den Pflichtfotos ging es wieder zu dieser kleinen Wiese und es wurde gepicknickt. Das Gras war so grün und hach... einfach ein tolles Gefühl. Lange konnte man jedoch nicht bleiben, weil es relativ kalt war. Dann ging es runter… zwischen den Felsen her, über den Schnee und als die Bäume wieder anfingen, wurde auch der Weg leichter. Es ging runter und runter und die Luft wurde wieder erträglicher, denn auf 2000 Metern ist die Luft wirklich dünner…
Wir sind also ganz runter gegangen und waren dann am Ufer des Sees noch einen Kaffee trinken. Das Peinlichste des Tages kam danach. Dieses Wochenende ist Marly Follies, das ist so eine Art Kirmes und meine Gasteltern wollten da vorbeifahren und ein Bierchen trinken! Das war so peinlich… verschwitzt mit Wanderklamotten… die ganze Zeit habe ich gehofft, dass ich niemanden sehe oder besser gesagt das mich niemand sieht. Ich glaube auch das mir das gelungen ist:D:D Danach ging es nach Hause und wir haben zu Abend gegessen und haben noch etwas rum gesessen. Hier unten war das Wetter wieder richtig sonnig und schön; im Gegensatz zu oben!
Aber es war ein wunderbarer Tag und das war mein erster Gipfel den ich in der Schweiz bestiegen habe. Einfach en tolles Gefühl. Aber ich kann im großen und ganzen schon sagen, das Mai der beste Monat des Jahres war… was ich alles erlebt und gemacht habe – ich denke bloß an Venedig, die Wanderungen, das YFU Camp und den Tag auf dem See. Hier in der Schweiz habe ich gefundne was mir gefällt!
Ja, und als ich heute die Pfingstmesse im Radio gehört habe, dachte ich natürlich etwas ans Musikcamp am Diemelsee… aber ich hatte schon mein Vaulruz und Venedig… und ich bin glücklich hier zu sein... ich würde meine Zeit in der Schweiz niemals eintauschen!

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